Sterbende begleiten will gelernt sein



Bad Mergentheim/Kloster Schöntal. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Unter diesem Motto standen für zwanzig Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege der EPE Bad Mergentheim Studientage im Bildungshaus des Kloster Schöntals. Zwei Tage lang setzten sich die Auszubildenden der Altenpflege mit dem Thema „Sterbende begleiten“ intensiv auseinander.
Die aktuellen Debatten um aktive Sterbehilfe im Bundestag und die Auseinandersetzung des Ethikrates um die Definition des Todes im Bereich der Organspende machen deutlich, dass das Lebensende und dessen Gestaltung immer mehr zu einem gesellschaftsrelevanten Thema wird. Für das Berufsfeld der Altenpflege ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Tod“ und ein umfassendes Wissen zur Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen höchst bedeutsam. Schon jahrzehntelang finden zu diesem Zweck Studientage im Kloster Schöntal statt. So wurde auch dieses Jahr dank der Berufsfachschule für Altenpflege und der Arbeitgeber den zwanzig angehenden Altenpflegern/innen im zweiten Schuljahr die Möglichkeit geboten jenseits der Klassenräume Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in diesem anspruchsvollen Themenbereich zu erlangen. Das Bildungshaus des Kloster Schöntals bot die perfekte Atmosphäre, um sich mit den soziologischen, psychologischen, biologisch-medizinischen und pflegerischen Aspekten rund um den Tod auseinanderzusetzen. Auch die Betreuung von Menschen am Lebensende, Copingstrategien in der Palliativpflege und Hospizarbeit sowie Trauer und Trauerbewältigung wurden von den Lehrkräften der Berufsfachschule thematisiert. Nach zwei anstrengenden, intensiven Studientagen traten die Schüler mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise nach Bad Mergentheim an, um nun gut vorbereitet der wohl schwierigsten Aufgabe ihrer beruflichen Tätigkeit entgegenzutreten. Denn eines wurde den Auszubildenden sehr deutlich: Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun.