Sterbende begleiten will gelernt sein

Bad Mergentheim/Kloster Schöntal. „Es geht nicht darum, dem
Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Unter
diesem Motto standen für fünfzehn Schüler der Berufsfachschule für
Altenpflege der EPE Bad Mergentheim multidisziplinäre Studientage
im Bildungshaus des Kloster Schöntals. Zwei Tage lang setzten sich
die Auszubildenden der Altenpflege mit dem Thema „Sterbende
begleiten“ intensiv auseinander.

Die Debatten um aktive Sterbehilfe im Bundestag und die
Auseinandersetzung des Ethikrates um die Definition des Todes im
Bereich der Organspende machen deutlich, dass das Lebensende
und dessen Gestaltung immer mehr zu einem gesellschaftsrelevanten
Thema wird. Für das Berufsfeld der Altenpflege sind eine Ausein-
andersetzung mit dem Thema „Tod“ und ein umfassendes Wissen
zur Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen höchst bedeut-
sam, sterben doch viele ältere Menschen in Alten- und Pflege-
heimen. Schon jahrzehntelang finden zu diesem Zweck Studientage
im Kloster Schöntal statt. So wurde auch dieses Jahr dank der Berufs-
fachschule für Altenpflege und der Arbeitgeber den fünfzehn ange-
henden Altenpflegern/innen im zweiten Schuljahr die Möglichkeit
geboten, jenseits der Klassenräume Wissen, Fähigkeiten und
Fertigkeiten in diesem anspruchsvollen Themenbereich zu erlangen.
Das Bildungshaus des Kloster Schöntals bot die perfekte Atmosphäre,
um sich mit den soziologischen, psychologischen, biologisch-
medizinischen und pflegerischen Aspekten rund um den Tod aus-
einanderzusetzen. Auch die Betreuung von Menschen am Lebensende,
Copingstrategien in der Palliativpflege und Hospizarbeit sowie Trauer
und Trauerbewältigung wurden von den Lehrkräften der Berufs-
fachschule thematisiert. Nach zwei anstrengenden, intensiven
Studientagen traten die Schüler mit vielen neuen Eindrücken die
Heimreise nach Bad Mergentheim an, um nun gut vorbereitet der
wohl schwierigsten Aufgabe ihrer beruflichen Tätigkeit entgegenzu
treten. Denn eines wurde den Auszubildenden sehr deutlich:
Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3BFA2 mit Abteilungsleiterin
StD Martina Schmalbach (Mitte)